Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Christoph-Engelbert-Gedenkturniere Runde 4

Die Doppelrunde der Christoph-Engelbert-Gedenkturniere war ein Feuerwerk für Schachliebhaber. Allein die Seeschlange zwischen Sipke und Malte, aber auch die hin und her wogende Partie zwischen Dirk und Luis zogen die Zuschauer in ihren Bann.
Aber auch in Runde 4 blieb kein Wunsch unerfüllt.

IM-Turnier
In der Partie zwischen Zigurds und Tom bot Lanka an einer Stelle Remis an, doch Tom ist inzwischen im Flow und lehnte ab.

Hier hätte Zigurds mit h6 noch einen kleinen Vorteil behalten können, doch er wählte das harmlosere hxg6, wonach Tom auf Gewinn spielte. Doch Zigurds verteidigte sich umsichtig und erreichte so am Ende doch den halben Punkt.

Bisher ist Matze der dominante Spieler des IM-Turniers. Auch in Runde 4 spielte er seinen Gegner an die Wand. Guilherme sah sich im 17.Zug einem seltenen Zug gegenüber, die zwar noch nicht zu einem klaren Vorteil führt, aber der schwarzen Seite durchaus Probleme stellt. Guilherme tauchte in die Stellung ab, doch fand nicht die beste Verteidigung.

Ob ein Turnier gut läuft merkt man daran, dass in entscheidenden Momenten die richtigen Züge kommen. Matze fand d6! Und sicherte sich wenig später den vollen Punkt.

Julian kämpfte sich mit Schwarz, nach einer nicht optimal verlaufenen Eröffnungsphase, zurück in die Partie. Er bekam ordentlich Druck gegen den rückständigen Bauer auf d3.

Zwar sind die beiden Schwächen a3 und d3 gut sichtbar und reichen in dieser Stellung auch um einen Vorteil zu behaupten, doch die Verwertung ist schwer, wenn überhaupt möglich. Julian versuchte es natürlich musste sich am Ende aber in die Punkteteilung fügen.

Martin hatte mit den schwarzen Steinen die ganze Partie eine leicht schlechtere Stellung zu verteidigen.

Vermutlich in der Hoffnung auf Gegenspiel wählte er hier Td4? Hannes ließ sich nicht zwei Mal bitten und erwiderte mit f4. Der Turm der eigentlich aktiv auf der zentralen Position wirken sollte, wurde nun zum Problem, da der e-Bauer unter Beschuss stand. Wenige Züge später fiel die Stellung in sich zusammen. Schwarz steht hier auch ohne Td4 nicht berauschend. Mit Tab8 jedoch wäre noch deutlich mehr Widerstand möglich gewesen.

Der Pechvogel des Tages war definitiv Arne. Er ging in ein klar besseres Endspiel. Eelke wählte den richtigen Weg um Gegenspiel zu kreieren indem er den König in die gegnerische Hälfte marschieren ließ. Aber das hätte den Minusbauern nicht kompensieren dürfen.

Hier hätte Arne mit Sf3 bereits auf Bauernjagd gehen sollen, die Varianten die folgen sind alles andere als einfach. Nach dem gespielten Sd3 fing an die Stellung zu kippen. Zwar steht Weiß nicht besser, doch die Tendenz ging definitiv in Eelkes Richtung.

Matze führt das Turnier mit einem ganzen Punkt Vorsprung auf Zigurds, Tom und Eelke an, die allesamt 2,5 Punkte vorzuweisen hat.

GM-Turnier
Sipke nahm nach seiner Marathon-Partie dankbar das Angebot von Dirk nach 9 Zügen an, es heute mit dem Schach erst mal zu lassen und in die fünfte Runde wieder frisch zu starten.

Ähnlich ereignisarm ging es zwischen den beiden Großmeistern Lubo und Eduardas zu. Wobei die beiden es immerhin auf 12 Züge brachten.

Weitere 9 Züge mehr schafften Malte und Felix bevor sie die Punkteteilung unterschrieben, wer kann es ihnen nach der anstrengenden Runde am Vormittag verübeln… Die Analyse zog sich jedoch noch eine ganze Weise unter Mithilfe von Dirk und Sipke die versuchten aus der weißen Stellung noch ein kleines Plus zu holen.

Die Frage, die man sich stellt, wenn man Luis bei seinen Partien zuschaut ist, wann hört sein Lauf auf. Sein unglaublich starkes Schach beeindruckt alle seine Gegner und überzeugt. In allen Partiephasen hat er den Durchblick, läuft es mal nicht so, kämpft er wie ein Löwe. Der Hamburger SK hat viele Ausnahmespieler hervorgebracht. Luis könnte all seine talentierten Vorgänger übertreffen.
Gegen Jari war er ebenfalls drauf und dran seinen Gegner zu überspielen.

Doch hier entschied sich Jari seine Idee Ke8 zu verbessern, indem er den König aktiv nach e6 stellt. Der Nachteil… nach Dxd8 musste Jari aufgeben.

Georgios hätte die Chance auf den vollen Punkt gehabt, aber in einem besseren Endspiel verpasste er es jedoch genug Druck auf Spartak zu machen.

Hier steht Schwarz klar besser. Aber am Ende reichte es wie gesagt nicht ganz.

Luis führt mit starken 3,5 Punkten aus 4 Partien. Gefolgt von Sipke mit 3 Punkten.

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