Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Christoph Engelbert Gedenkturniere Runde 2

Nach der spannenden Auftaktrunde im IM und GM-Turnier des Hamburger SK in Gedenken an unseren Schachfreund Christoph Engelbert, legten die Spieler in Runde 2 nach. Doch zuvor wurde noch das Geburtstagskind und Mitorganisator des Turniers Andi Albers mit einem kleinen Ständchen der Teilnehmer und 2 Kuchen gefeiert, bevor die 2.Runde pünktlich um 16.00 losging.

Das IM-Turnier sah dabei das Duell zweier Favoriten. Hannes versuchte es mit den schwarzen Steinen mit der französischen Verteidigung gegen den Erfolgstrainer Zigurds Lanka.

In dieser Stellung spielte Zigurds nach Lb4 ohne nachzudenken Td1. Hannes fing an den Kopf zu schütteln, denn er hatte eine halbe Stunde lang die Konsequenzen von Sg4?! Berechnet. Doch Zigurds wollte sich nicht auf diese komplizierten Abspiele einlassen und wickelte in ein leicht bessere wenn auch sehr remisliche Endspiel ab. Kurz darauf wurde die Punkteteilung vereinbart. Sg4 wäre übrigens ungenau gewesen. Nach Sxg4 Dxg4 f5 gewinnt Schwarz eine Qualität auf e1. Sicherlich gibt es noch mehr zu der Stellung zu beachten, doch Zigurds ließ sich nicht auf ein Rechenduell ein.

Auch in der Partie Fries-Nielsen gegen Voigt verließ die Stellung nie die Remisbreite. Die beste Chance gab es für unseren dänischen Freund noch in folgender Stellung:

Jens Ove wählte hier Txf5 um nach Ld8 bald den d7 abgeben zu müssen. Lh3 hätte die Chancen erhöht den Bauer zu halten und damit auch noch einige Chancen auf den vollen Punkt. Auch hier hat Schwarz gute Chancen zu halten, doch die Partie verflacht nicht so schnell wie nach der gespielten Fortsetzung.

Matthias schaffte es nach einer für ihn unbekannten Eröffnungsphase eine echte Matze-Stellung aufs Brett zu bringen. Vermutlich eine lange Zeit immer ein klein wenig schlechter für ihn, aber mit unzähligen Hindernissen und Fallen für beide Seiten. Arne fand mit Schwarz in komplizierter Stellung nicht die beste Fortsetzung und sah sich auf einmal folgender Stellung gegenüber.

Und hier spielte Matze mit Weiß f5!! Alle weißen Figuren sind im Angriff, der schwarze König ist schutzlos, nach wenigen weitern Zügen gab Arne auf.

Eelke und Tom kämpften über 74 Züge in einem sehr dynamischen Endspiel in dem Eelke die Oberhand zu haben schien. In dieser Stellung musste Tom eine Figur geben.

Nach g5+ spielte Tom richtigerweise Kxg5, denn nach Kg6 ist die schwarze Figurenkonstellation am Königsflügel nicht mehr zu lösen. Tom setzte auf seine Bauermasse und seinen aktiveren König.

Der Springer von Eelke auf b1 ist gefangen, kommt also die Aufgabe? Nein, denn a4 und die Bildung eines Freibauern rettet um Haaresbreite die Partie ins Remis.

In der letzten Partie des IM-Turniers sah Guilherme mit Weiß gegen Julian Kramer bereits wie der sichere Sieger aus. Doch Julian fand, wie auch Guilherme anerkennend feststellte immer wieder Gegenspiel, der letzte Moment in dem unser brasilianischer Freund hätte ernsthaften Vorteil nachweisen können war dieser.

Hier hätte Guilherme mit Dh7+ Kxf6 Dh8+ gefolgt von Dxe5 mit Schach in ein besseres, vielleicht sogar gewonnenes Damenendspiel abwickeln können. Doch mit all den Möglichkeiten in dieser Stellung ist es schwer seinen Fokus auf so ein Figurenopfer zu richten.
Im IM-Turnier gibt es keinen Spieler mehr mit 2 Punkten als weißer Weste. Matze, Tom und Eelke führen das Feld mit 1,5 Punkten an.

In der Königsklasse, dem GM-Turnier wurde ebenso gekämpft wie im IM-Turnier. Luis schien zwischenzeitlich auf seinem Weg zum zweiten Punkt zu sein. Er gewann nach der Eröffnung einen Bauer, sah sich aber einem fiesen Läuferpaar und einem kreativen Holländer namens Sipke gegenüber. Dann spielte er in dieser Stellung

b3 und übersah, dass es gute Gründe gab nach Lxc4 das Remisangebot anzunehmen.

Malte und Eduardas trennten sich in folgender Stellung Remis

Malte hätte hier mit den weißen Steinen, wie auch bereits zuvor, mit f4 noch versuchen können die Partie weiter zu kneten, doch die schwarzen Springer sind trickreich und nicht zu unterschätzen. Zudem hatte Malte die erste Runde verloren und bei einem solch starken Rundenturnier ist es immer wichtig erst mal was Zählbares vorzuweisen um nicht in eine Abwärtsspirale zu schlittern.

Lubomir erteilte Jari eine Königsindisch-Lehrstunde mit den weißen Steinen und wer unseren Doktor kennt, der weiß, dass das durchaus wörtlich zu nehmen ist.

Hier spielte Lubo den unglaublich starken Zug Txe5!! Gefolgt von Sf6+ Und legte damit die schwarze Stellung endgültig in Schutt und Asche.

Zwischen Felix und Georgios entwickelte sich ein sehr abwechslungsreicher Kampf, nachdem Felix besser aus der Eröffnung kam, schaffte Georgios beinah einen Vorteil im späten Mittelspiel zu erarbeiten. Doch diesen gab er wieder her und für viele Züge wurde dann dieses Endspiel diskutiert

Eigentlich Remis, vor allem wenn der schwarze Bauer auf h5 steht muss der Nachziehende, in diesem Fall Georgios, noch einige Arbeit leisten um den halben Punkt zu bekommen. Felix versuchte noch alle Register zu ziehen, konnte aber nicht den vollen Punkt einsammeln.

Dirk lief mit seinem Wolga-Gambit in eine starke Vorbereitung des Werder-Spielers Spartak rein. Was sich nicht nur in der Stellungsbewertung sondern auch im Zeitverbrauch der beiden widerspiegelte. Doch Dirk fand einen guten Weg eine Qualität zu opfern und seinem Gegner, trotz oder gerade wegen klar schlechterer Stellung, Probleme zu stellen. Spartaks Stellung ging immer weiter den Bach runter, bevor sie diesen Punkt erreichte.

Hier hätte Spartak mit a4 !? noch kämpfen können. Die Idee ist, dass nach Lxb3 Sxc5 noch funktioniert und die Partie weitergeht. Nach Spartaks Entscheidung hier Sc3 zu spielen nahm Dirk mit Lxc3 gefolgt von Txa2 den nächsten Bauer mit und gewann das Endspiel in sicherer Art und Weise.

Auch im GM-Turnier gibt es niemanden mehr mit weißer Weste, hier teilen sich sogar 4 Spieler die Spitze mit 1,5 Punkten als da wären Luis, Lubo, Sipke und Dirk.
Runde 3 und 4 ist die einzige Doppelrunde, wo es sicher einige Vorentscheidungen geben wird. Nicht unbedingt um den Turniersieg, aber wer im Laufe des Turniers Chancen auf eine der begehrten Normen haben wird.

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